News 2009
Dienstag, 31.03.2009
Berufsfeldtagung des Fachbereichs am 24. April
Gastvorträge und Workshops zur Zukunft der Informationswissenschaften
Der Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam möchte ins Gespräch kommen mit seinen Berufsfeldern und lädt (in Kooperation mit dem Career-Servcie der FHP) ein zu einer
Fachtagung zur Entwicklung der
Berufsfelder Archiv / Bibliothek / Information
am Freitag, 24. April 2009
in der Fachhochschule Potsdam,
Neues Zentralgebäude auf dem Campus, Potsdam Bornstedt am Volkspark, Kiepenheuer Allee 5, Tramhaltestelle "Campus Fachhochschule"
I N T E N T I O N
Mit drei Impulsvorträgen aus unterschiedlicher Perspektive soll das Themenfeld der Weiterentwicklung informationswissenschaftlicher Arbeitsfelder umrissen werden. Die neu entstehenden Anforderungen an ein Bachelor- oder Master-Studium sollen danach in von Kollegen des Fachbereichs moderierten Workshops zusammen mit Praxisvertretern diskutiert werden.
Z I E L G R U P P E N
Zielgruppe und Teilnehmer sind - neben Studierenden und Professoren - Information Professionals und deren Interessenvertreter der Region Berlin/Brandenburg aus Universitäten und Fachhochschulen bis zu Staatsarchiven, Staats- und Landesbibliotheken, Rundfunkarchiven, Stadtbibliotheken und -archiven, Unternehmensberatungen und Kanzleiinformationsstellen etc.
Als Fach- und Praxisvertreter haben zahlreiche Ver-bandsvorstände aus allen drei Sparten bereits ihre Beteiligung zugesagt. Alle an Aus- und Weiterbildung und der Diskussion zur zukünftigen Entwicklung der Informationsberufe Interessierten sind herzlich eingeladen.
A N M E L D U N G
Die Teilnahme ist kostenlos.
Um Anmeldung wird gebeten:
iw@FH-Potsdam.de, 0331 580-1501 (fax: -1599)
Download: Programm-Flyer
Pressemeldung der FHP: Pressekonferenz um 13:30 (Hauptgebäude)
P R O G R A M M
10:00 Entwicklung der Fachinformation
Prof. Dr. Marc Rittberger
Hochschulverband Informationswissenschaft / Deutsches Institut für internationale pädagogische Forschung, Frankfurt a.M.
10:45 Informationsdidaktik: Von der Digitalisierung zur Didaktisierung
PD Dr. Matthias Ballod
Universität Koblenz
11:30 Wer braucht noch Archivare und Records Manager?
Dr. Ulrich Kampffmeyer
Projekt Consult Unternehmensberatung, Hamburg
13:00 Pause - sowie Gelegenheit zur Besichtigung der neuen Fachhochschulbibliothek
14:00 Arbeitsgruppen zu folgenden Themen:
- Digital information resource management (Content Management, Records Management, Informationsmanagement)
- Änderungen im wissenschaftlichen Kommunikations- und Informationssystem (Open Access, E-Research, Multilingualität, Kooperation)
- Nachhaltigkeit von Informationsarbeit (Digitale Langzeitarchivierung, Wissensmanagement, kulturelles Erbe)
- Informationswissenschaften in Bildung und Gesellschaft (Informationskompetenz, soziale Integration)
16:00 Zusammenfassung der Ergebnisse der Arbeitsgruppen im Plenum.
17:00 Ende
H I N T E R G R U N D
Vor 18 Jahren drehte es sich auf einer Tagung in Potsdam um die Neuordnung der deutschen Dokumentations- und Archivlandschaft. Gleichzeitig ging es um die Nachfolge der Archivschule Franz Mehring und um die Zukunft der Archivwissenschaft als universitärem Lehrfach in Deutschland, als im November 1991 in Werder bei Potsdam dazu ein „Berufsbild“-Kolloquium stattfand, zu dem die Deutsche Gesellschaft für Dokumentation, der Verein deutscher Archivare und der „Studienkreis ‚Rundfunk und Geschichte‘“ eingeladen hatten. Eines der Ergebnisse dieses Kolloquiums war schließlich die Gründung des Fachbereichs „Archiv-Bibliothek-Dokumentation“ (jetzt „Informationswissenschaften“) der FH Potsdam, der im Wintersemester 1992/93 den Studienbetrieb aufnahm.
Ein historischer Moment lässt sich nicht wiederholen - er soll auch nicht „wiederbelebt“ werden, aber die Anknüpfung daran möchte die Potsdamer Tradition aufzeigen und die Verantwortung vermitteln, die sich darauf gründet: Potsdam als Standort der ersten und bisher einzigen nicht verwaltungsinternen Archivausbildung, als Standort von IID (Institut Information und Dokumentation - der Ausbildung zum wissenschaftlichen Dokumentar) und IZ (Informationszentrum Informationswissenschaft und -praxis - der zentralen informationswissenschaftlichen Informationsquelle mit der Datenbank INFODATA), als erstem spartenübergreifendem Bibliotheksstudiengang, als integrativem Konzept der Informationswissenschaften....
Anlässlich der Einführung neuer Studiengänge und vor allem im Hinblick auf die Umstellung auf das Bachelor/Master Modell des Bologna-Prozesses ergibt sich die Notwendigkeit intensiv in die berufliche Zukunft unserer Berufsfelder zu schauen. Die Rede von der Krise in den Informationswissenschaften ist fast so alt wie das Fach selbst, aber der Blick in die internationale Diskussion zeigt, dass wir in der Tat an einer Art Scheideweg stehen könnten. Information und Wissen, Informations- und Webtechnologie sind so weit verbreitet, dass es immer dringlicher wird, das Profil zu schärfen.
Es handelt sich auch zunehmend nicht mehr nur um „die Ausbildung“ für bestimmte Institutionen - wie Bibliotheken oder Medienarchive - sondern um ein wissenschaftliches Themenfeld, das den Studierenden nahe gebracht werden soll. Das Zentrale der Informationswissenschaften sind nicht mehr die Medien (Akten, Bücher, Dokumente) oder die Systeme (Findbücher, Kataloge, Datenbanken), sondern der Prozess der Interaktion von Menschen mit Informationssystemen.
Bei der Diskussion um die Kernkompetenzen der Informationswissenschaftler wird immer wieder darauf verwiesen, dass dies die Erschließung, die Entwicklung von Metadaten oder der Aufbau von Ontologien sei. Da dies aber nun andere bzw. die Nutzer selber machen, bleibt die Frage nach dem Menschen selbst, der bei der „Mensch-Maschine-Schnittstelle“ schon immer im Mittelpunkt stand und nun gänzlich die Wende zum Social Life of Information des Wissensmanagements einleitet.
Wird deshalb die Informationswissenschaft nun zur „Menschwissenschaft“ (Anthropologie, Michael Seadle; „Fokus Mensch“, Gernot Wersig)? Was überlässt sie den Wissenschaftlern selber - was der Wirtschaftsinformatik, der Texttechnologie oder gar der technischen Dokumentation?
Der Career Service der FH Potsdam wird durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und aus Mitteln des Landes Brandenburg gefördert.

